Steffi W.
3/5
Ich war 6 Wochen in der Psychosomatik und habe sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Die Bewegungstherapien haben mir sehr gut gefallen und auch gut getan. Die Therapeuten waren freundlich, hilfsbereit und motiviert. Besonders gut fand ich das wirbelsäulentraining.
Die Tanztherapie war eine gute Ressource für mich und hat mir fast immer Freude bereitet. Frau Dittmer leitet die Therapie mit sehr viel Gefühl und Sensitivität. Ich habe mich in der Gruppe sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt, auch bei Schwierigkeiten.
Leider habe ich kein QiGong gehabt wobei ich es bereits bei der Aufnahme mir gewünscht hatte und auch gesagt hab dass mir das gut tut und ich es bereits zu Hause praktiziere.
Die psychologische Betreuung durch meine Bezugstherapeutin war gut. Eine junge, freundliche, engagierte Person. Leider hab ich in dem psychischen Bereich für mich keine Fortschritte verzeichnen können, eher eine zeitweise Demotivation die ich durch Gespräche mit meinem festen Therapeuten zu Hause wieder in den Griff bekommen habe. Ich hatte in Soltau auch von meiner Verdachtsdiafnose BPS von anfang an berichtet, eine Diagnostik wurde aber nicht vorgenommen.
Die Pflegestation war unterschiedlich besetzt. Vom Hausdrachen im rauhen Ton: "ich hab keine Zeit, kommen sie jetzt her und stellen sie ihre Frage" bishin zu sehr empathischen, lieben Menschen alles dabei. Ich hoffe für andere Patientinnen das Problem mit der Erreichbarkeit des Nachtdienst nicht nicht nochmal vorkommt.
Die Unterbringung war okay. Etwas abgewohnt, ja, aber ein Einzelzimmer und viel Platz. WLAN hab ich nicht gekauft sondern ein eigenes Netz verwendet. Streamen nicht möglich, das sollte einem vorher bewusst sein, ansonsten immer wieder Netzeinbrüche. Draussen ist es besser. Der anliegende Wald ist herrlich für Spaziergänge. Edeka ist in ca. 15 minuten zu Fuss zu erreichen. Nächstes mal würde ich allerdings ein Auto mitnehmen.
Die Verpflegung ist ausbaufähig. Allergene sollten immer gekennzeichnet sein, Laktose war es öfter nicht. Die Qualität des Essens fand ich in Ordnung, die Auswahl Mittags auch. Ich ernähre mich vegan, Morgens und Abends habe ich meine eigenen Aufstriche mitgebracht, da ich auch eine Fructose intoleranz habe. Durch Glück und Nachfragen habe ich ein kleines Kühlschrankfach bekommen von der netten und kompetenten Ernährungsberaterin.
Mein Rehabericht kam schnell und spiegelt den Aufenthalt wieder. Nachdem ich gesehen hab dass ich 6 Stunden und mehr arbeiten können soll bin ich in Tränen ausgebrochen, denn das sehe ich gar nicht so. Ich habe mich nicht gesehen gefühlt und es wurde mir gesagt darüber würde dort nicht entschieden werden, den Eindruck hatte ich nicht. Später im Bericht wird das schon abgemildert, aber ich empfehle den Bericht, wenn möglich , zusammen mit einem Arzt*in oder Therapeut*in zu lesen. Im grossen und ganzen war der inhalt okay aber im Detail doch verbesserungswürdig und frei erfunden. Dass körperliche Untersuchungen vorgenommen wurden, wie geschrieben, stimmt nicht. es wurden standart Werte angegeben die nicht alle zutreffen, über Schilddrüse usw. Gerne hätte ich diese Untersuchung bekommen.
Und paar andere Dinge u.a. Zahlen stimmen nicht. War schon etwas amüsant zu lesen. Da ich aber keine Lust habe da noch mehr Energie aufzuwenden das verbessern zu lassen und ich die Konfrontation vermeiden will, lasse ich den Bericht so wie er ist. Ich denke so können sich auch Dritte beim lesen des Berichtes ein Bild über die Klinik, bzw. den Inhalt und die Sorgfalt selbst bilden.
Ich hoffe mein Bericht hier hilft anderen weiter. Ich habe einiges aus dem Aufenthalt mitgenommen, positives und negatives. Vor allem finde ich schön , dass ich abgenommen habe, ein besseres Körpergefühl bekommen habe und etwas aktiver geworden bin , auch zu Hause. Und ich habe dort viele, nette Menschen kennenlernen dürfen.